Ein Garten verändert mehr als ein Grundstück.
Lebenshain entstand nicht aus dem Wunsch, ein Gartenbauunternehmen zu gründen. Es entstand aus der Erkenntnis, wie sehr ein Stück Land unser Leben verändern kann, wenn wir anfangen, es wirklich als Raum zu begreifen.
Meine eigene Geschichte mit Gärten begann erst 2017, als wir unser Haus planten. Zum ersten Mal hatte ich die Möglichkeit, ein Stück Land selbst zu gestalten.
Schon bei der Positionierung des Hauses beschäftigte mich nicht nur, wo etwas stehen sollte, sondern wie wir uns später auf diesem Grundstück bewegen würden. Wo wir uns aufhalten. Welche Bereiche wir nutzen. Was wir sehen, wenn wir aus dem Fenster schauen.
Nach dem Hausbau war von einem Garten allerdings noch nicht viel zu sehen. Rund um das Haus lag eine Erdwüste und vor dem Wohnzimmerfenster ein riesiger Haufen Erde.
Und genau dort fing es eigentlich an.
Von der Idee bis zur letzten Pflanze.
Unseren Garten haben wir vollständig selbst entwickelt. Von den ersten Gedanken über die verschiedenen Räume und Nutzungen bis zur letzten Pflanze.
Dabei gab es keinen fertigen Masterplan, der irgendwann einfach abgearbeitet war. Der Garten ist mit uns gewachsen. Mit neuen Ideen, neuen Pflanzen, neuen Möglichkeiten und mit einer immer größeren Artenvielfalt.
Eine Sache ist mir dabei früh aufgefallen: Wenn ich morgens aus dem Fenster schaute und abends dort draußen etwas anders aussah, gab mir das ein unglaublich gutes Gefühl.
„Eine Idee war nicht mehr nur eine Idee. Sie war plötzlich sichtbar geworden.“

Aus einem Stück Erde wurde ein Weg. Aus einer Pflanzung entstand ein neuer Raum. Ein Baum veränderte auf einmal die Wirkung eines ganzen Bereichs.
Ich hatte etwas geschaffen, das vorher nur in meinem Kopf existiert hatte.
Irgendwann war der eigene Garten zu klein für all die Ideen.
Über die Jahre habe ich dabei eine Seite an mir entdeckt, die ich mir selbst lange nicht zugeschrieben hatte: Kreativität.
Es entstanden immer neue Ideen. Nur irgendwann fehlte der Platz, sie alle im eigenen Garten umzusetzen. Und ich wollte unseren Garten schließlich nicht ständig wieder auseinandernehmen, nur weil mir etwas Neues eingefallen war.
Also stellte ich mir eine ziemlich einfache Frage: Was genau begeistert mich eigentlich so sehr daran?

Die Antwort darauf hatte weniger mit einzelnen Pflanzen, Naturstein oder Pflaster zu tun.
Es war das Entwickeln von Ideen. Das Nachdenken darüber, wie Menschen einen Raum nutzen und wahrnehmen. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Elemente. Und schließlich der Moment, in dem aus einer Vorstellung etwas Reales entsteht.
Gleichzeitig wurde mir immer bewusster, wie sehr mir genau das in meinem bisherigen Berufsleben fehlte: sichtbare Ergebnisse, Selbstwirksamkeit und die Möglichkeit, meine eigene Kreativität tatsächlich einzusetzen.
Aus diesen Gedanken entstand nach und nach Lebenshain.
Ein Garten ist für mich kein Bild. Er ist ein Lebensraum.
Ich glaube nicht an den perfekten Garten, der auf einem Foto möglichst aufgeräumt aussieht.
Ein guter Garten darf sich verändern. Er darf morgens anders wirken als abends, im Regen anders als an einem heißen Sommertag und im Oktober anders als im Mai.
Er darf summen, brummen und zwitschern.
Und trotzdem muss er für die Menschen funktionieren, die darin leben.
Denn Naturnähe bedeutet für mich nicht, einen Garten vollständig der Natur zu überlassen. Der Mensch braucht die Natur – und gleichzeitig braucht er einen Ort, an dem er sich wohlfühlt, zur Ruhe kommt, mit seiner Familie zusammensitzt, Freunde empfängt, isst, spielt oder einfach nur nach draußen schaut.
Deshalb geht es bei Lebenshain nicht darum, Mensch und Natur gegeneinander auszuspielen.
Beide sollen ihren Platz bekommen. Ganz selbstverständlich.

Die schönsten Räume brauchen keine Decke.
Ein Garten kann mehr sein als die Fläche rund um ein Haus.
Er kann ein Raum unter freiem Himmel sein, in dem wir uns genauso selbstverständlich aufhalten wie in unserem Wohnzimmer oder unserer Küche.
Dafür braucht es mehr als eine Terrasse, Rasen und eine Hecke entlang der Grundstücksgrenze.
Es braucht Räume. Höhen. Blickbeziehungen. Schutz und Offenheit. Licht und Schatten. Pflanzen, die sich über das Jahr verändern. Und vor allem Bäume.
Bäume gehören für mich zu den wichtigsten Gestaltungselementen eines Gartens. Sie geben einem Grundstück Struktur, schaffen Schatten und Lebensraum und verändern mit den Jahren ihren Charakter. Trotzdem fehlen sie heute in erstaunlich vielen Gärten.
Lebenshain soll Menschen die Scheu vor diesen Strukturen nehmen und zeigen, was passiert, wenn ein Garten nicht nur in Quadratmetern, sondern in Räumen gedacht wird.
Ein Garten, den man mit der Zeit immer besser versteht.
Mein Studium der Wirtschaftspsychologie hat meinen Blick auf Gestaltung zusätzlich geprägt. Mich interessiert, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen, wie sie sich darin bewegen und warum wir uns an manchen Orten intuitiv wohlfühlen und an anderen nicht.
Ein Kunde muss all das nicht selbst benennen können.
Er muss nicht wissen, warum an einer bestimmten Stelle ein Baum stehen sollte, warum ein Weg einen bestimmten Verlauf nimmt oder warum ein Sitzplatz dort besser funktioniert als drei Meter weiter.
Unsere Aufgabe ist es, darüber nachzudenken.
Und im besten Fall passiert Jahre später etwas, das ich besonders spannend finde: Man sitzt im eigenen Garten und versteht plötzlich, warum etwas genau so geplant wurde.
Ein kleiner Aha-Moment. Und irgendwann viele davon.
Der Name verbindet das, worum es für mich geht.
Leben – weil ein Garten Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere ist.
Hain – weil Bäume für mich wie kaum ein anderes Element für Leben, Charakter und Zukunft stehen.
Mit der Geburt meines Sohnes ist dieser Gedanke noch wichtiger geworden. Denn mit einem Kind verändert sich auch der Blick darauf, was wir hinterlassen und in welcher Umgebung die nächste Generation aufwächst.
Ich möchte Gärten schaffen, die heute funktionieren und trotzdem die Möglichkeit haben, mit ihren Menschen weiterzuwachsen.
Keine sterilen Kulissen. Aber auch keine Orte, an denen sich der Mensch der Natur unterordnen muss.
Sondern durchdachte, lebendige Räume, in denen beides zusammenkommt.
Räume unter freiem Himmel.
Für Menschen. Für Natur.
Für das Leben dazwischen.


